Outdoor-Schuhe

Informationen zu Kauf, Pflege und Material

Die Funktionalität und die gute Passform eines Outdoor-Schuhs sind ausschlaggebend für den Erfolg jeder Tour, ob:
• Städtereise
• Wanderung 
• Trekkingtour
• Rucksackreise
• Bergtour

Die gute Wahl

Kriterien für den passenden Schuh
Der Untergrund und die Steilheit des Geländes bestimmen die Frage nach der Festigkeit und Ausführung des Schuhs.
Das Gehfeld für Outdoor-Schuhe erstreckt sich dabei vom Bürgersteig, über den Weg im Mittelgebirge, zur anspruchsvollen Trekkingtour mit schwerem Rucksack bis hin zum Klettersteig oder der kombinierten Tour durch Fels und Eis im Hochgebirge.
Im Zweifelsfall ist der festere Schuh oft die bessere Wahl, um Sicherheitsreserven zu haben. Denn jeder Schuh wird im Laufe des Gebrauchs weicher und verliert damit an Stabilität.

Wer viel in feuchten und nassen Gegenden unterwegs ist oder während der Tour keine Möglichkeit hat, den nassen Schuh über Nacht zu trocknen, sollte einen Schuh mit GORE-TEX-Futter® wählen. In überwiegend warmen und trockenen Regionen bietet ein Lederfutter das bessere Fußklima.

Gut informiert wird die Wahl des perfekt sitzenden Schuhs deutlich einfacher. Wichtig ist deshalb zu überlegen:

•  Trage ich einen Rucksack?
•  Wenn ja, ist dieser schwer oder leicht?
•  Wie erfahren und trittsicher bin ich?
•  Welche Wetterbedingunge erwarten mich?

Das fachkundige Team von Sport-Spezial berät Sie umfassend zu allen Anforderungen an ihren Outdoor-Schuh, damit Sie aus dem Angebot von rd. 1.400 Modellen den genau für Sie passenden Schuh finden.


Tipps für den Schuhkauf:

Für den Schuhkauf sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen. Die Anprobe sollte mit Wanderstrümpfen erfolgen, da Sie diese später auch auf ihrer Tour tragen, um Druck und Scheuerstellen zu vermeiden. Außerdem sorgen diese für ein optimales Fußklima.
Wenn Sie später mit dickeren Strümpfen wandern als bei der Anprobe, kann der Schuh zu klein und zu eng werden. Falls Sie keine geeigneten Strümpfe dabei haben, kaufen Sie die Strümpfe neu dazu, oder fragen Sie nach Probiersocken.
Sollten Sie orthopädische Einlagen benötigen, bringen Sie diese unbedingt  zur Anprobe mit.
Wählen Sie den Schuh nicht zu klein, ihr Fuß braucht ausreichend Platz im Zehenbereich nach vorne. Wenn Sie auf der herausgenommenen Einlegesohle des Schuhs stehen, muß die Einlegesohle ca. einen Fingerbreit Überstand haben.

Überprüfen Sie die Größe auch auf unserer Teststrecke und gehen Sie bewußt auf und ab. Sie sollten bergab nicht vorne anstoßen und bergauf nicht aus der Fersenkappe rutschen. Ein bißchen Schlupf bleibt immer, doch darf der Fuß durch eine zu feste Schnürung nicht „erwürgt“ werden. Rutscht der Fuß spürbar rauf und runter, ist der Schuh an der Ferse zu weit. Beim Schnüren soll der Schuh komplett auf der Sohle stehen und die Ferse wird nach hinten gedrückt. Die Lasche muß zentriert sein.
Zum Bergaufgehen schnürt man den unteren Bereich fest, den oberen Teil des Schafts wegen der besseren Beweglichkeit etwas lockerer.
Bergab wird der Schuh im Bereich der Beuge und des Vorderfußes fest geschnürt, damit man nicht nach vorne „durchrutscht“.
Sie sollten Sie sich mindestens 10 Minuten Zeit lassen die Passform zu überprüfen. Leder und Innenfutter erwärmen sich und der Schuh paßt sich noch besser an den Fuß an.
Sie können selbstverständlich auch Schuhe zur Anprobe mit nach Hause nehmen. Solange sie nicht draußen probiert werden, können wir die Schuhe bei Problemen mit der Passform umtauschen.
Im optimalen Fall haben Sie jetzt noch Zeit den ausgesuchten Traumschuh vor der ersten Tour einzulaufen. Je steifer und schwerer der Schuh ist, umso wichtiger ist das Einlaufen. Auf der Tour sollten Ersatzschnürsenkel und für den Fall der Fälle ein Blasenpflaster im Gepäck vorhanden sein (z.B Compeed Blasenpflaster). Jeder Porsche hat ja auch ein Reserverad.
Für sehr breite oder sehr schmale Füße haben wir spezielle Modelle der Hersteller auf Lager.
Für breite Füße z.B.
• Meindl Bernina
• Meindl Bernina Lady
• Meindl Matrei GTX
• Meindl Matrei Lady GTX
• Meindl Meran
• Meindl Meran Lady 
• Lowa Mauria WXL
Hallux Valgus Leisten z.B.
• Hanwag Alta Bunion Lady
Für schmale Füße z.B.
• Hanwag Tatra Lady Narrow
Wer viel in feuchten und nassen Gegenden unterwegs ist und während der Tour keine Möglichkeit hat, den nassen Schuh über Nacht zu trocknen, sollte  einen Schuh mit GORE-TEX®-Futter wählen. In überwiegend warmen und trockenen Regionen bietet ein Lederfutter das bessere Fußklima.
Für Frauen bieten die Hersteller spezielle Damenmodelle an.
Diese Schuhe sind schmaler geschnitten als Herrenmodelle und der Schaft ist auf der Rückseite tiefer ausgeschnitten.
Kinderschuhe zeichnen sich aus durch:
• einen speziellen Kinderleisten
• nicht zu hartes Abrollverhalten der Sohle
Die Größe sollte nicht auf zuviel "Wachstums-Zuwachs" gekauft werden. Idealerweise sollte der Fuß im Zehenbereich etwa 10-15 mm Platz auf der Innensohle haben. Ist der Schuh viel zu groß hat der Fuß keinen Halt und  Blasen und Scheuerstellen sind vorprogrammiert.
 
So pflegen Sie Ihre Schuhe richtig:
1.) Reinigen:
Dazu entfernen Sie zuerst das Fußbett und die Schnürsenkel. Nur bei starker Verschmutzung, verwendet man am besten ein spezielles Schuhreinigungsmittel. Ansonsten reicht es bei normaler Verschmutzung völlig aus, den Schuh mit lauwarmem Wasser und Bürste zu reinigen. Das Leder sollte gut aufgebürstet werden, damit es wieder atmungsaktiv und luftdurchlässig wird.
2.) Trocknen:
Die Schuhe werden mit geöffneter Lasche an einem trocknen, luftigen und schattigen Ort gestellt.
Nicht in die Sonne, an der Heizung oder am Feuer trocknen, nasses Leder verbrennt sehr schnell.
Lederschuhe kann man anfangs mit Zeitungspapier ausstopfen.
Feuchte Schuhe niemals in einer Plastiktüte oder an einem unbelüfteten Ort aufbewahren. Es droht ansonsten Schimmelgefahr.
3.) Pflegen:
Leder ist (wie) Haut und dementsprechend auch pflegebedürftig.
Zwei Gründe warum der Schuh der Pflege bedarf:
• Die Materialien des Schuhs sind wasserabweisend (hydrophob) vorbehandelt - das verhindert die Gewichtszunahme des Schuhs durch die Aufnahme von Wasser; ein trockner Schuh isoliert besser. Diese Hydrophobierung läßt mit der Zeit nach und muß erneuert werden.
• Alle Anteile aus Leder brauchen Nahrung, wenn sie trocken geworden sind. Nicht gepflegtes Leder wird brüchig, bekommt Risse und ist dann irreparabel beschädigt. Dazu nimmt man ein Pflegemittel auf Bienenwachsbasis, denn Fette und Öle weichen das Leder und die Nähte auf. Außerdem  werden durch Öle und Fette die Lederporen verschlossen, wodurch der Schuh seine Atmungsaktivität verliert.
Der Schuh wird im Backofen bei max. 50° erwärmt. Dadurch dringt das Wachs tief in das Leder ein und befindet sich nicht nur an der Oberfläche. Jedes Leder wird durch das Wachsen dunkler und erhält eine speckige Optik. Daran erkennt man ein gut gepflegtes Leder.
Wer das nicht möchte kann nur Sprays verwenden. Die metallenen Ösen lassen sich ebenfalls mit etwas Wachs vor Korrosion schützen.
Schuhe mit Textil/Leder-Kombination werden mit Imprägnierspray (Nikwax) oder Flüssigimprägnierungen behandelt; auch wenn sie mit Gore-Tex®-Membranen ausgestattet sind.
Nubukleder wird mit einem speziellen Wachs gepflegt, Veloursleder mit Imprägnierspray.
Die entsprechenden Pflegemittel finden Sie in unserem Online-Shop oder im Laden.
 
Lagerung:
Die Schuhe sollten an einem trockenen, luftigen und dunklen Raum gelagert werden.
Niemals sollten sie an einer feuchten, nassen Stelle aufbewahrt werden, da die Schuhe sonst Schimmel ansetzen.
Hitze oder direkte Sonneneinstrahlung am Lagerungsort sind dauerhaft schädlich für die Schuhe.
 
Neubesohlung:
Viele unserer Wanderschuhmodelle lassen sich nachbesohlen.
Das lohnt sich insbesondere bei den hochwertigen Modellen, vorausgesetzt der Schuh ist gut gepflegt und hat keine Risse im Leder.
Sie können die Schuhe durch uns zum jeweiligen Hersteller schicken lassen und der besohlt die Schuhe mit der Originalsohle. Der Geröllschutzrand wird falls vorhanden, dabei gleichzeitig auch erneuert.
Die Schuhe müssen vorher gründlich gereinigt werden. Der Zeitaufwand für die Instandsetzung beträgt ca. 2-3 Wochen. Die Preise richten sich nach der Art des Schuhs und der Sohle. [Preisliste Schuhreparaturen]
 
Materiallexikon:
Nubukleder:
Leder aus Kalbs- oder Rindshaut, das auf der Narbenseite (die nach Aussen gewandte Seite) leicht angeschliffen ist und dadurch einen weichen, samtartigen Charakter erhält.
Veloursleder:
Dicke Leder (Häute) werden vor der Weiterverarbeitung gespalten. Aus dem körperseitigen Anteil (Fleischspalt) wird das Veloursleder hergestellt. Die Fleischseite wird angeschliffen, die andere Seite bleibt rau. Veloursleder ist fasriger als Nubuk und nicht so strapazierfähig.
Juchtenleder:
Leder aus der Haut von Kälbern oder Rindern, welches sehr fest, dicht und geschmeidig ist. Typischerweise wird diese Lederart mit Weidenrinde oder Birkenrinde gegerbt und mit Birkenteeröl zur Imprägnierung gefettet. Durch das Birkenteeröl erhält das Leder seinen dafür typischen, rauchigen Geruch.
Gore Tex®:
Die Memran ist nach innen wasserdicht, nach außen jedoch atmungsaktiv (schweißdurchlässig). Schuhe mit Gore Tex® sind dauerhaft wasserdicht.
Cordura®:
eine eingetragene Marke des Schweizer Unternehmens Invista. Cordura ist ein Gewebe aus Polyamid (Nylon), bei dem geschnittene Polyamidfasern erneut versponnen und dann verwoben werden, wodurch es sehr viel reißfester als normales Nylon ist.
Brandsohle:
sie verbindet den Schaft mit dem Boden der Schuhe. Der Schaft des Schuhs wird mit der Brandsohle vernäht oder weit unter der Brandsohle gezwickt – je nach Machart.
Vibram®:
ein Warenzeichen der gleichnamigen italienischen Firma für abriebfeste Schuhsohlen aus Gummi, die ursprünglich vor allem an Bergschuhen eingesetzt wurden. In den letzten Jahren finden Vibram-Sohlen zunehmend Verbreitung an Sport-, Wander- und Winterschuhen vieler Hersteller.
Air Mesh:
besonders atmungsaktives Synthetik-Gewebe. Der Vorteil liegt im geringen Gewicht und der maximalen Lufftdurchlässigkeit.
Zwiegenähte Machart (nachbesohlbar):
eine besondere Machart, bei der mit der Einstechnaht der Schaft und die Brandsohle verbunden werden. Die Doppelnaht (2. Naht) verbindet den Schaft mit der Zwischensohle. Typisches Merkmal für Zwiegenähte ist die am Schuhrand sichtbare Doppelnaht.
Gestrobelte Machart (nachbesohlbar):
hierbei wird der Schaft zunächst mit einer Kettelnaht durch sog. »Strobel-Maschinen« mit der Brandsohle verbunden und anschließend auf den Leisten aufgezogen. Die Laufsohle wird direkt an den Leisten angespritzt, wodurch sie sich mit dem Schaft und der Brandsohle verbindet. Man nennt diese Methode auch »direktbesohlte« oder »angespritzte« Machart (ohne Kleben). Gestrobelte Schuhe zeichnen sich durch Weichheit und Flexiblität aus.
Gezwickte Machart (nachbesohlbar):
hierbei wird der Schaft über die Brandsohle montiert. Das Leder reicht bis unter die Brandsohle. Ein traditionelles und aufwändiges Herstellungsverfahren, das viel Handarbeit erfordert und dem Schuh eine hervorragende Stabilität und Formhaltigkeit verleiht. Gezwickte Schuhe können mehrfach neu besohlt werden.